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Wann fallen bei Kreditkarten Sollzinsen an?

Verwenden Sie eine Kreditkarte, fallen für Sie in der Regel nur Zinsen an, wenn es sich um eine Revolving Kreditkarte handelt, die auf monatliche Teilzahlung eingestellt ist. Und auch nur dann, wenn Sie die offenen Rechnungsbeträge in Raten zurückzahlen. In diesem Sinne funktioniert die Kreditkarte ähnlich wie ein Dispokredit. Nutzt man den Kreditrahmen, werden Zinsen in einer Höhe von ungefähr 10 bis 20 Prozent erhoben. Begleichen Sie jedoch den Gesamtbetrag vollständig, ist die Karte normalerweise zinsfrei.

Nutzen Sie eine monatliche Ratenzahlung, fallen die Zinsen bei den meisten Anbietern zu dem Zeitpunkt an, an dem Sie eine Transaktion mit Ihrer Kreditkarte durchführen. Die Zinskosten summieren sich täglich. Verwenden Sie Ihre Kreditkarte somit am Anfang des Monats für eine Zahlung und am Ende des Monats noch einmal, zahlen sie unterschiedliche Zinsen für die in Anspruch genommenen Transaktionen. Für die erste Zahlung fallen mehr Zinsen an, als für die Zweite. Vorausgesetzt, dass dazwischen kein Zahlungseingang erfolgt.



Um Sollzinsen zu vermeiden, können Sie bei vielen Anbietern direkt im Online-Bereich Ihre Karte auf Vollbezahlung umstellen. Durch einen normalen Lastschrifteinzug wird der Abrechnungsbetrag von Ihrem Girokonto eingezogen oder Sie überweisen eigenständig den Betrag, um den offenen Saldo auszugleichen.

Sollzinsen bei Ratenzahlung

Es verbleibt nur noch die Frage, wie hoch die Sollzinsen anlaufen können, wenn Sie eine Ratenzahlung in Betracht ziehen. Folgendes Rechenbeispiel soll dabei helfen.
Folgende Annahme:

  • Kreditrahmen: 1000 Euro
  • Effektivzinssatz: 16,00 Prozent eff.p.a.
  • Voraussichtlicher Jahreszins (einschließlich Zinseszins) somit: 160 Euro
  • Sollzinssatz: 14,94 Prozent p.a.
  • Der Sollzinssatz liegt unter dem Effektivzinssatz
  • Berechnung erfolgt pro Monat, nicht pro Jahr
  • Die Ausschöpfung des Kreditrahmens ist von Beginn an 1.000 Euro
  • Der Einfachheit her erfolgen keine Teilzahlungen (in der Praxis so natürlich nicht möglich)

Durch normalen Dreisatz lässt sich erreichen, dass der Jahreszins ca. 160 Euro beträgt. Da die Summe nicht auf einmal gezahlt werden muss, sondern per Monat (30/360), muss die monatliche Summe extra berechnet werden. Das geschieht durch Verwendung des Sollzinssatzes von 14,94 Prozent. Diesen wendet man auf den monatlichen Kreditrahmen an. Für den ersten Monat, mit einem von Beginn an voll ausgenutzten Kreditrahmen von 1000 Euro, ergeben sich Zinskosten von 12,45 Euro. Somit zahlen Sie im ersten Monat eine Rechnung von 1012,45 Euro.

In den folgenden Monaten kommen die Zinseszinsen hinzu, da der vorige Zinsbetrag selbst immer wieder verzinst wird. Für den zweiten Monat nehmen Sie nicht mehr die 1000 Euro als Berechnungsgrundlage, sondern 1.012,45 Euro. Die Monatssumme berechnen Sie wieder mit einem Sollzinssatz von 14,94 Prozent. Für diesen Monat ergeben sich dann Zinsen von 12,61 Euro. Der Kreditkartensaldo beträgt somit 1.025,06 Euro. Wenden sie diese Berechnung für die weiteren Monate an, erhalten Sie nach 12 Monaten einen Betrag von 1.160,07 Euro.



Würden regelmäßig Teilzahlungen erfolgen, vermindert das natürlich entsprechend die Zinskosten. Wie zu beobachten ist, steigt die Monatsrechnung stetig an. Rechnet man alles zusammen, haben sich am Ende des Jahres somit Kosten aufgestaut, die eventuell gar nicht nötig wären. Ratenzahlungen sind somit nur für einen gewissen Zeitraum zu empfehlen.

Wie halten Sie die Kosten für Sollzinsen gering?

Verwenden Sie eine Kreditkarte mit Kreditrahmen, werden Ihnen die folgenden 7 Tipps helfen, die Karte richtig zu benutzen:

  • Tipp 1: Nach Erhalt der Kreditkartenabrechnung begleichen Sie das Kreditkartenkonto innerhalb der angegebenen Zahlungsfrist.
  • Tipp 2: Entscheiden Sie sich für eine Kreditkarte mit einem langen zinsfreien Zahlungszeitraum.
  • Tipp 3: Vermeiden Sie Ratenrückzahlungen. Müssen Sie sie aus gegebenen Umständen in Anspruch nehmen, versuchen Sie den Zeitraum so kurz wie möglich zu halten, damit keine hohen Zinszahlungen auf Sie zukommen.
  • Tipp 4: Durch einen guten Kreditkartenvergleich finden Sie eine Kreditkarte, die auf Sie persönlich am besten zugeschnitten ist, und deren Sollzinsen gering sind.
  • Tipp 5: Bei einigen Kreditkarten besteht eine Aufladefunktion. Sie können ihr Kreditkartenkonto also mit Guthaben aufladen, welches Sie für Zahlungen verwenden möchten. Solange die Zahlen sich nicht im Minus befinden, fallen keine Zinsen an.
  • Tipp 6: Befindet sich das Kreditkartenkonto dennoch im Minus, und es besteht nicht die Chance, die Beträge zeitnah zurückzuzahlen, könnte sich ein Ratenkredit anbieten. In dem Falle würden Sie mit einem “normalen” Kredit die Zinskosten sinken.
  • Tipp 7: Es besteht zudem die Möglichkeit von einer Credit-Card auf eine Charge-Card zu wechseln. Allerdings müssten dann offene Rechnungsbeträge sofort beglichen werden.

Steigen Sie auf eine Charge-Karte um, fallen für Sie keine Sollzinsen an, da am Ende des Monats die angefallenen Beträge vollständig, als Gesamtbetrag, von Ihrem Girokonto abgebucht werden.


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