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Kreditkartendiebstahl 2016 – So gefährlich ist es in Deutschland

Die Anzahl der Kreditkartendelikte ist in Deutschland im Jahr 2016 zum Teil gestiegen. Allerdings ist der finanzielle Schaden wesentlich geringer. Warum das so ist und was Kreditkartennutzer selbst tun können, zeigt dieser Artikel.

Mangelnde Vorsicht der Kreditkartennutzer immer noch auf Platz 1

Die verlorene oder aber gestohlene Kreditkarte wird von Kriminellen oft zum Abheben von Geld am Automaten eingesetzt, so die Auswertung von Euro Kartensysteme. Was wird dazu benötigt? Die PIN. Der Finder oder der Dieb, benutzt diese um Geld abzuheben. Woher weiß der Dieb die PIN? Immer noch, und das trotz langjähriger Warnungen, wird die PIN bei der Kredit- oder Girokarte zusammen aufbewahrt. Für einige mag das unglaublich klingen, doch so mancher Kartennutzer schreibt die PIN sogar hinten direkt auf die Karte.



Wo werden die meisten Kreditkarten gestohlen?

Gefahren ist man immer ausgesetzt, ob durch Diebstahl oder Betrug (Skimming). 2016 gingen 12.373 Karten verloren bzw. sind abhandengekommen. Vielmals (in ca. 5.000 Fällen) wissen die Betroffenen nicht, wann, wo oder wie die Karte abhandengekommen ist. In Geschäften und bei Diebstählen, wurden 1.689 Karten gestohlen und an unbekannten Orten wurden 1.600 Karten gestohlen. Über den Postweg sind 695 Karten abhandengekommen. Aber auch bei Wohnungseinbrüchen wurden gesamt 477 Karten entwendet.

Skimming: 111 von 159 Fällen in Berlin

Laut Aussage von Euro Kartensysteme wurden im letzten Jahr in Deutschland 159 Geldautomaten manipuliert. Kriminelle gehen dabei so vor, dass sie mit zusätzlich angebrachten Geräten die Magnetstreifen auslesen und die PIN mithilfe einer zusätzlichen Kamera ausspionieren. Sie kopieren die Kartendaten auf einem neuen Rohling und heben dann mit der neuen Karte Geld vom Konto ab. Zum Jahr 2015 ist die Zahl um 41 Fälle gestiegen, von 118 auf 159 Manipulationen.

Berlin ist Spitzenreiter mit manipulierten Geldautomaten. 111 Mal wurde hier Skimming im letzten Jahr festgestellt. Danach kommt Hamburg mit einem großen Abstand, dort sind es nur 15 Fälle. Aber auch in anderen deutschen Städten werden die Automaten manipuliert, dort aber nur in Höhe von einstelligen Zahlen.

Manipulierte Geldautomaten sind auch im Auslandsurlaub zu finden, wenn Kartennutzer dort mit der Kreditkarte oder Girocard Geld abheben wollen. 2016 waren 232 Mal deutsche Karteninhaber betroffen. 47 Mal kam es in Italien vor, gefolgt von Großbritannien mit 29 Mal, über 20 Mal in Frankreich, Türkei Indonesien und Mexiko.

Was machen die Fälscher mit den Kreditkarten?

Wenn Kriminelle mit Hilfe von Skimming an die Kartendaten kommen, versuchen sie, die Dubletten im Ausland einzusetzen. 37 Prozent der Schäden sind dabei in den USA entstanden, da dort die Kartendubletten sehr oft eingesetzt werden. Aber auch in Indonesien werden die gefälschten Karten eingesetzt und zwar in 28 Prozent der Fälle.

Geringerer Schaden bei mehr Fällen von Kreditkartenklau

1,8 Millionen Euro Schaden entstand 2016 durch Kartendubletten. Das ist ein Viertel weniger als im Vorjahr. Damit liegt der finanzielle Schaden auf einem Rekordtief. Zurückzuführen ist das Rekordtief auf die Einführung von EMV-Chips in Kreditkarten und Girocards. Laut Euro Kartensysteme können Kreditkarten mit Chip Technologie nur schwer gefälscht und zum Teil im Ausland nicht ohne Weiteres eingesetzt werden. In 2010 betrug der finanzielle Schaden noch über 50 Millionen Euro!



Mehr Sicherheit durch EMV (Europas International, Mastercard und Visa)

Europas International, Mastercard und Visa ist die Abkürzung von EMV. Die gespeicherten Daten auf der Girocards- und Kreditkarte sind durch einen EMV-Chip geschützt. Bereits seit 6 Jahren sind diese Chips Standard in Europa und verbessern die Sicherheit von Kreditkarten. Mit Hilfe dieser Technologie können Daten nur sehr schwer ausgelesen und Kreditkarten fast nicht mehr kopiert werden. Es ist also davon auszugehen, dass auch in Zukunft der finanzielle Schaden für Nutzer immer geringer wird. Zumal ab 2018 die maximale Haftung durch den Kunden gesetzlich auf 50 Euro beschränkt ist – sofern er nicht grob fahrlässig handelt.


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